Der wilde Norden

Vor 2 Tagen sind wir nun in Cairns gelandet. Schon im Flugzeug fangen wir an die Landschaft mit Hawaii und Mauritius zu assoziieren. Sarahs Liebe zu den roten Feuerbäumen ist wieder voll entbrannt! Man kann viele Berge entdecken, die alle grün und unglaublich dicht bewachsen sind. Man meint jetzt schon die Junglegeräusche im Ohr zu haben, die uns tatsächlich dann nur ein paar Kilometer nördlich erwarten.

Unsere größte Angst war bis gestern noch nicht die wilde australische Fauna (obwohl wir zugeben müssen, dass uns schon das ein oder andere Geräusch zusammenzucken lässt und wir das Gras durch das wir 'flipflopen' meistens ziemlich genau unter die Lupe nehmen - vorallem in der Dunkelheit), sondern unser Chubby und vorallem wie wir ihn vom Fleck bekommen. Der erste Schock ist aber inzwischen überwunden, dabei war wider erwarten nicht das Linksfahren sondern vielmehr die bockige Gangschaltung das Problem. Inzwischen schnurrt das Ding wie ein Kätzchen ;-)! So haben wir es auch nach der ersten verregneten Nacht in unserem neuen Heim schon bis Port Douglas in den Norden geschafft und machen uns nun auf zum nächsten Ziel: Cape Tribulation - wo der Jungle bis ans Meer reicht. Wenn man mit offenem Fenster nah am Jungle vorbeifährt fragt man sich schon manchmal was für ein Tier da gerade kreischt oder schreit. Wir werden es herausfinden - stay tuned!

(Fotos mit höherer Quali folgen)

Cairns

Cairns

Wir fliegen in den Norden. Was am anderen Ende der Welt ja wie der Süden ist. Und so tauschen wir das Klima Sydneys, das in etwa mit unserem Sommer vergleichbar ist ein und werden von einer trockenen Hitze empfangen. Der Flug dauert nur etwa drei Stunden und fühlt sich somit wie eine kurze Busfahrt an. Da wir offensichtlich immer noch nicht ganz in der neuen Zeitzone angekommen sind fällt es uns nicht schwer um kurz nach drei aufzustehen. Unser Flug geht um 6:00. Und wir starten somit in den Sonnenaufgang. In Cairns checken wir nocheinmal in einem Hostel ein. Voraussichtlich das letzte mal für die nächsten Tage. Obwohl unser Zimmer hier kaum größer ist als der Bus den wir gemietet haben. Aber das macht nichts. Die Herberge ist bunt und cool, unser Zimmer riecht wie diese Thaimassage Läden, und erinnert in der Farbwahl auch dran (sind wir am Ende doch zu weit geflogen ?) und würde jemand den Prototyp einer Backpackerhostel in Australien beschreiben wollen: voila! So sieht es aus! Neben der normalen Tür gibt es offensichtlich überall in Australien noch eine Fliegengittertür. Wir haben hier zwar bisher erst drei Fliegen (Übersetzung für die Pfälzer: Mücken), keine Mücken (Schnaken) und auch keine Wespen (Bienen) gesehen, und natürlich auch noch nichts anderes was in die Gattung Insekten oder so einzuordnen ist, aber ein Fliegengitter finden wir trotzdem erstmal gut, denn die kann man auch abschließen und während wir etwas Schlaf nachholen (Zeitzone hin oder her, wir sind müde) lauschen wir dem Rauschen des Windes in den Bäumen und dem Vogelgezwitscher, das sich fremd und schön anhört. Hier haben wir schon mehr das Gefühl in einer anderen Welt angekommen zu sein.

Happy New Year

„ there’s nothing like Australia...“

Als wir das Flugzeug verlassen pfeift jemand das Lied vor sich hin. Große Ankündigungen. Wir haben also auch große Erwartungen. Drei Tage später können wir sagen, dass wir jedenfalls was Sydney betrifft nicht enttäuscht wurden. Die Stadt ist absolut zu Recht auf der Liste der lebenswertesten Städte der Welt sehr weit oben platziert.

Wir wohnen in Bondi Beach. Dem Surfer Viertel. Schon in der Metro sieht man Leute mit einem Surfbrett unterm Arm. Der Dress Code scheint hier vor allem kurz vorzuschreiben: Kurze Hosen, kurze Röcke, sehr kurze Kleider, Flipflops. Anscheinend darf höchstens ein Vertel des Körpers bedeckt sein. Das verstehen wir natürlich tagsüber, aber nachts, wenn es auf gefühlte 15 Grad abkühlt? Aber vielleicht sind wir nur noch nicht australisch genug. Obwohl wir ja sogar schon auf dem Flughafen in Shanghai für Australierinnen gehalten wurden.

Nun aber zu Sydney: die Stadt ist eine Mischung aus Englisch, Irisch, Amerikanisch und etwas Magie. Es duftet nach Ozean, Gegrilltem und die Surfer riechen nach „Fierce“. Wir haben die Stadt mit dem Doppeldeckerbus und zu Fuß erkundet und uns neben der tollen Skyline auch in die kleinen zweistöckigen Häuser verliebt, die außerhalb der Geschäftsviertel das Stadtbild ausmachen. Vielleicht haben wir ja Glück und finden so eins auch in Melbourne ;-) Die Innenstadt ist beeindruckend. Irgendwann bekommt man ein bisschen Genickstarre, weil man ständig den Kopf in den Nacken legen muss. Und was die Sehenswürdigkeiten betrifft müssen wir wohl nicht weiter schwärmen, schaut euch einfach die Fotos an.

Sylvester haben wir gleich zweimal gefeiert. Um 9 Uhr abends gibt es das Kinderfeuerwerk. Wir haben es daher auch in einem Park in der Nähe zwischen ziemlich vielen Kindern ( und etwa genauso vielen bereits betrunkenen Aussies ) gefeiert, von wo aus wir einen tollen Blick auf die Harbour Bridge, die Oper und die Skyline hatten. Happy kiddies new year!

Das eigentliche Neujahr haben wir am Bondi Beach gefeiert. Zwar war das Feuerwerk nicht so lang wie an der Harbour Brücke, dafür lagen wir gechillt am Strand und hatten das Feuerwerk über uns, das Meer neben uns und die Gesellschaft von Snoop Dog. Ansonsten war es wohl wie in jeder anderen Großstadt: So ziemlich alle sind extrem betrunken und Wildfremde wünschen einem ein frohes neues Jahr. Am nächsten Morgen sind die Straßen jedoch schon wieder sauber und der Strand ist voller Surfer und Sonnenbader. Keine verkaterten Gesichter und keine knallee-verschmutzen Straßen. Sydney ist wohl doch nicht wie jede andere Großstadt. Und noch etwas ist anders, in Australien ist nicht nur der 1. Januar, sondern auch der 2. ein Nationalfeiertag. Cheers and Happy New Year!



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